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Wohnen & Arbeiten

Künstliche Welten: Bauernhof-Spielplatz in Frankfurt am Main

Mutterkuhhaltung im Vogelsberg (c) Brigitta Möllermann

Mutterkuhhaltung im Vogelsberg (c) Brigitta Möllermann

Früher galt die Provinz, also: das Hinterland außerhalb der Hauptstadt oder weit draußen an der Peripherie des Landes, als vorgestrig und altmodisch. Der Grund dafür war laut Wikipedia: Da aktuelle Moden oder Sitten oft zuerst in den Städten auftreten und diese im ländlichen Raum noch wenig bekannt sind, gilt dieser als eine rückständige, ‚provinzielle‘ Gegend. Inzwischen ist das anders geworden. Zeitungen wie Landlust und ähnliche bringen mit ihren Tipps für ländliche Gemütlichkeit die Romantik zurück und idealisieren das Leben vor den Toren der Stadt.

Die Idylle wird sehnsuchtsvoll hochstilisiert, so dass der Spiegel Online schon 2010 neidisch giftete: "Hilfe, die Heuballen-Hefte kommen!" <-KLICK. Doch nichts konnte den Boom aufhalten, weil Betonburgen, in denen zwar an jeder Ecke bequem Brötchen, Benzin und Kultur zu bekommen sind, ganz einfach immer voll, hektisch und laut sind. Dazu kommt, Parkplätze sind so knapp, dass Banker lieber morgens durch die frische (?) Luft mit dem Rad zur Arbeit fahren, aber dabei alltäglich Gefahr laufen, sich in unseren verrückten Sommern nass regnen zu lassen. Vermutlich kommt da nicht so die große Freude am coolen Stadtleben auf.

Nun hat sich der Landlust-Trend sogar so weit entwickelt, dass man bei der Gestaltung eines neuen Spielplatzes in "Mainhattan" auf das Thema Bauernhof setzt. Ein Eckchen Grünfläche im urbanen Raum wird dekoriert mit künstlichen Kühen, dort wohl längst mystischen Tieren, die in der Regel eingesperrt leben als Billigsteaklieferanten - bis auf jene Mutterkuh- oder Jungkuhherden auf den riesigen Weiden bei uns im Vogelsberg (siehe Foto ;-).

Pressemeldung selbst lesen:
Spielplatz in der Friedrich-Naumann-Straße wird zum Bauernhof

[Frankfurt] Auf dem Spielplatz in der Friedrich-Naumann-Straße in der Kuhwaldsiedlung tut sich was: Die ersten Arbeiten für die Neugestaltung haben begonnen. Wie der Spielplatz zukünftig aussehen soll, darüber kann man sich am Donnerstag, 24. Juli 2014, ab 16 Uhr informieren.

Schon bei einem Spielplatzfest im letzten Jahr – es wurde vom Frankfurter Kinderbüro und der Kinderbeauftragten für Rebstock und Kuhwald, Kerstin Mattig, organisiert – konnten Kinder, Eltern, Betreuer aus den Kindereinrichtungen und Anwohner Vorschläge und Ideen für den Spielplatz einbringen. Aus ihnen wurde dann eine Planung erstellt.

Thema des neuen Spielplatzes ist Bauernhof, schon jetzt zu sehen an den  beiden Kuh-Skulpturen, die in den vergangenen Tagen entstanden sind.

Wer mehr will, als sich das neue Konzept anschauen, kann selbst Hand anlegen. Ab sofort können Kinder, Eltern und Interessierte bei der baulichen Umsetzung, die durch das Team vom Verein Discorso erfolgt, mitmachen: Buddeln, Beton mischen, Schnitzen, Holzelemente anmalen – für jeden kleinen und großen Handwerker ist etwas dabei.

Quelle: Frankfurt (pia)

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2017 Vogelsberg