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Land & Leute

Der Vogelsberg ist anerkanntes Biodiversitätszentrum in Deutschland

Strahlende Gesichter bei der Übergabe des Bescheids - v.l.: Dr. Elsa Nickel, Priska Hinz, Karl-Peter Mütze und für den in Urlaub weilenden Landrat der Erste Kreisbeigeordnete Peter Zielinski (c) Brigitta Möllermann

Strahlende Gesichter bei der Übergabe des Bescheids - v.l.: Dr. Elsa Nickel, Priska Hinz, Karl-Peter Mütze und für den in Urlaub weilenden Landrat der Erste Kreisbeigeordnete Peter Zielinski (c) Brigitta Möllermann

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 7. August 2015 in Bermuthshain zu der nächsten, der Umsetzungsphase des Naturschutzgroßprojektes Vogelsberg, überbrachte Hessens Umweltministerin Priska Hinz gemeinsam mit Dr. Elsa Nickel als Vertreterin des Bundesumweltministeriums und Thomas Graner vom Bundesamt für Naturschutz einen Zuwendungsbescheid für den Projektträger, den Verein "Natur- und Lebensraum Vogelsberg".

Karl-Peter Mütze dankte allen Beteiligten, den Vereinsmitliedern wie auch dem Team des Naturschutzgroßprojektes (c) Brigitta Möllermann

Karl-Peter Mütze dankte allen Beteiligten, den Vereinsmitliedern wie auch dem Team des Naturschutzgroßprojektes (c) Brigitta Möllermann

Der Vorsitzende des Trägervereins, Karl-Peter Mütze, begrüßte die Gäste und gab seiner großen Freude Ausdruck: "Das ist und wird eine gute Sache!" Nach einem kurzen Rückblick auf die Anfänge des Projektes vor 13 Jahren, als eine Handvoll Individualisten den Verein gründeten, informierte er über einige Eckdaten zum Projekt, in dessen erster Phase die Leitbilder und Entwicklungsziele entwickelt wurden.

Im Schatten des Baumes: Gäste der Feierstunde (c) Brigitta Möllermann

Im Schatten des Baumes: Gäste der Feierstunde (c) Brigitta Möllermann

Als Vertreter des Landkreises informierte der Erste Kreisbeigeordnete Peter Zielinski u. a. darüber, dass die Abstimmung zu dem Projekt nahezu einstimmig erfolgt war. Die Förderung von insgesamt 10 Millionen Euro wird nun zu 65 Prozent aus dem Bundesprogramm "chance.natur", zu 25 Prozent vom Land Hessen sowie zu zehn Prozent vom Vogelsbergkreis finanziert. Damit ist die Zukunft für das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg bis auf weiteres sichergestellt.

Ministerin Hinz war erfreut über die große Anzahl von Mitgliedern im Trägerverein: "Da steht Power dahinter!" (c) Brigitta Möllermann

Ministerin Hinz war erfreut über die große Anzahl von Mitgliedern im Trägerverein: "Da steht Power dahinter!" (c) Brigitta Möllermann

"Für den Naturschutz in Hessen ist das eine ausgezeichnete Nachricht“, erklärte die Umweltministerin im Garten des Deutschen Hauses. „Zehn Millionen Euro für sinnvolle und wirksame Maßnahmen des Naturschutzes im Vogelsberg sind eine Investition ganz im Sinne der Hessischen Landesregierung. Wir unterstützen diese Chance für den Vogelsberg, weil sie über den Naturschutz hinaus auch Perspektiven für eine nachhaltige Landwirtschaft und die Entwicklung der Region insgesamt bietet.“

Sorgte für das leibliche Wohl: Andreas Däschs "Servicebengel" aus dem "Wilden Mann" (c) Brigitta Möllermann

Sorgte für das leibliche Wohl: Andreas Däschs "Servicebengel" aus dem "Wilden Mann" (c) Brigitta Möllermann

Charakteristisch für die Region ist die enge Verzahnung von naturnahen Lebensräumen. Dazu zählen Buchen-, Bruch-, Blockschutt und Schluchtwälder, Moore und Fließgewässer mitsamt ihren Quellen und bachbegleitenden Auen sowie wertvolle und reich strukturierte Kulturlandschaftsbiotope, insbesondere die bundesweit bedeutsamen Bergwiesen, aber auch Teiche, Feuchtwiesen und Hecken.

Dr. Elsa Nickel wünschte gutes Gelingen: "In einigen Jahren kommen wir wieder zusammen, um die Erfolge zu begutachen." (c) Brigitta Möllermann

Dr. Elsa Nickel wünschte gutes Gelingen: "In einigen Jahren kommen wir wieder zusammen, um die Erfolge zu begutachen." (c) Brigitta Möllermann

Auch Dr. Nickel vom Bundesministerium für Umwelt unterstrich die Artenvielfalt im Vogelsberg: „Das Naturschutzgroßprojekt hier ist ein Baustein, der zur Erhaltung artenreicher Grünlandlebensräume und naturnaher Wälder in Deutschland beiträgt. Aufgrund seines bemerkenswerten Artenreichtums und des hohen Anteils naturnaher Wälder, der deutlich höher als im Bundes- bzw. Landesdurchschnitt ist, kommt dem Vogelsberg aus naturschutzfachlicher Sicht eine nationale Bedeutung zu, die eine Förderung durch den Bund rechtfertigt“.

Blumen für die Ministerin: Applaus vom Publikum (c) Brigitta Möllermann

Blumen für die Ministerin: Applaus vom Publikum (c) Brigitta Möllermann

Ein zentrales Ziel der Naturschutzgroßprojekte liegt in der Erhaltung, Entwicklung sowie der Wiederherstellung der Vielfalt an Arten und natürlichen Lebensräumen innerhalb einer zuvor festgelegten Förderkulisse. Diese besteht beim Vogelsberg-Projekt aus 53 zumeist aneinandergrenzenden Fördergebieten, die in der Summe 7.590 Hektar umfassen.

Mit der Erfahrung von bislang 77 begleiteten Projekten: Thomas Graner, Zentralbereichsleiter des Bundesamtes für Naturschutz, sicherte Unterstützung zu (c) Brigitta Möllermann

Mit der Erfahrung von bislang 77 begleiteten Projekten: Thomas Graner, Zentralbereichsleiter des Bundesamtes für Naturschutz, sicherte Unterstützung zu (c) Brigitta Möllermann

Damit kann der Vogelsberg als eines der Biodiversitätszentren in Deutschland angesehen werden. Nur in solchen herausragenden Landschaften mit bundesweiter Bedeutung, so Fachbereichsleiter Thomas Graner vom Bundesamt für Naturschutz, kann der Bund mit seinem Förderprogramm "chance.natur" die Länder und Naturschutzakteure vor Ort unterstützen.

Ministerinnen im Visier des Berichterstatters Dieter Graulich (c) Brigitta Möllermann

Ministerinnen im Visier des Berichterstatters Dieter Graulich (c) Brigitta Möllermann

„Eine wichtige Prämisse aller Naturschutzgroßprojekte ist das Prinzip der Freiwilligkeit“, erläuterte Thomas Graner. „Dabei soll nicht nur den Belangen der Flächeneigentümer, sondern auch denen der Pächter Rechnung getragen werden.“ Aus diesem Grunde wurde der Pflege- und Entwicklungsplan im Rahmen der projektbegleitenden Arbeitsgruppe mit betroffenen Gruppen besprochen und diskutiert, um ein tragfähiges Fundament für eine erfolgreiche Projektumsetzung zu schaffen.

Günter Schwab, Projektleiter des Naturschutzgroßprojekts Vogelsberg, lud im Anschluss an die Feier zu einer Exkursion in ein Kerngebiet zwecks Begehung und zur "Wiesendrusch" ein (c) Brigitta Möllermann

Günter Schwab, Projektleiter des Naturschutzgroßprojekts Vogelsberg, lud im Anschluss an die Feier zu einer Exkursion in ein Kerngebiet zwecks Begehung und zur "Wiesendrusch" ein (c) Brigitta Möllermann

Zum Schluss dankte Karl-Peter Mütze vor allem den engagierten Akteuren im Vogelsberg, die das Projekt ermöglichen: „Die Auszeichnung als Natur und Landschaft von bundesweiter Bedeutung ist für uns Anerkennung der Generationen, die unsere Kulturlandschaft geschaffen haben, wie auch Ansporn, diese in Zukunft zu erhalten und zu entwickeln."

Quelle Text: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) - Ergänzungen: Brigitta Möllermann


Artenvielfalt auf Bergmähwiesen

Am Nachmittag unternahmen die Teilnehmer der Veranstaltung mit Projektleiter Günter Schwab eine Exkursion in den Oberwald zu den Niddawiesen unweit der Forellenteiche, um eine so genannte "Wiesendrusch" mitzuerleben. Das Ziel beim Dreschen von artenreichen Wiesen soll sein, wichtige Pflanzensamen zu ernten, um dadurch Saatgut für neue Flächen in der Umgebung zu gewinnen.

Etwa 30 Hektar werden in diesem Jahr mit einem extra langsam fahrenden und besonders niedrig gestellten Mähdrescher bearbeitet. Das dabei gewonnene Saatgut wird anschließend getrocknet, um bei Gelegenheit an anderen Stellen ausgebracht zu werden. Auf diese Weise können z. B. nach Entbuschung oder Rodung Flächen wieder zu artenreichem Gelände umgewandelt werden.

Weitere Bilder dieses denkwürdigen Tages - u. a. von der Exkursion am Nachmittag (1,93 MB PDF-Datei): HIER <-KLICK

Projektleiter Schwab stellte mit Max Garchow, dem für den Wiesendrusch zuständigen Mitarbeiter im Naturschutzgroßprojekt, weitere Maßnahmen vor. Auf einer ökologisch wertvollen Moorfläche am Waldrand zwischen Taufsteinhütte und Jugendherberge hatten sich als untypische Pflanzen Fichten angesiedelt. Da sie dem Moor das nötige Wasser entziehen, wurden die Bäume entfernt - mit "Manpower" - ohne den Einsatz schwerer Holzerntemaschinen. Wertvolle Moose und Flechten konnten dadurch erhalten werden.

Der Aufwand für solche Pflegearbeiten im Sinne des Naturschutzes, so ließ man durchblicken, solle den Bewirtschaftern vergütet werden. Die Höhe müsse noch ermittelt werden. Wichtig sind in Zukunft u. a. Goldhaferwiesen, Borstgrasrasen und besondere Pflanzen, wie Arnika, Trollblumen und Orchideen. Landwirte, die Flächen für den Wiesendrusch zur Verfügung stellen möchten, können sich an das Büro des Naturschutzgroßprojektes wenden, Telefon: 06641/977-3529.

Quelle: Brigitta Möllermann


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