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Energie & Natur

Vogelsberg - reich an Steinen

Klarer Grundwassersee in einem privaten Steinbruch (c) Brigitta Möllermann

Klarer Grundwassersee in einem privaten Steinbruch (c) Brigitta Möllermann

Auf dem alten Vulkan Vogelsberg lebt man seit Jahr und Tag mit Steinen. Das bedeutet nicht, dass man steinreich wäre oder es besonders erhebend fände, Felsen in allen Größen vom Ackerboden zu klauben. Auch Edelsteine sind keineswegs gemeint, sondern Lavagestein.

Lavagestein: Basaltschmuck am Lederband (c) Brigitta Möllermann

Lavagestein: Basaltschmuck am Lederband (c) Brigitta Möllermann

Schwarz mit rauer Oberfläche bietet er sich in der Regel vor Ort dar. Basalt kann man zwar auch im Kleinformat in Silber gefasst zu hübschem Schmuck verarbeiten, doch eigentlich sind die "Brocken" immer zu groß. Sie halten bis in die Ewigkeit, wenn sie im Fundament eines Hauses oder als Mauer verbaut werden. Die Kunst ist es, sie dort erst einmal hin zu transportieren.

Freizeitgelände: Steinbruch bei Lauterbach-Frischborn (c) Brigitta Möllermann

Freizeitgelände: Steinbruch bei Lauterbach-Frischborn (c) Brigitta Möllermann

Eigentlich macht man(n) das jetzt längst nicht mehr selbst. Wer baut, holt sich sein Material im Heimwerkermarkt oder lässt es vom Handel liefern. Die meisten unserer Steinbrüche sind stillgelegt. Zumindest die kleinen am Dorfrand, von denen es noch viele gibt. Meistens unsichtbar und halb zugewachsen wurden einige zu Biotopen umfunktioniert, manche sind in privater Hand und diverse werden an bestimmten Wochenenden mit Leben gefüllt. Steinbruchfestivals und Musikveranstaltungen mit gewachsener Naturbühne sind im Vogelsberg höchst populär. Wo sonst :-)

Wanderer in einem Blocksteinfeld (c) Brigitta Möllermann

Wanderer in einem Blocksteinfeld (c) Brigitta Möllermann

Im Gegensatz zu Felsen, die sichtbar im Vogelsberger Wald zwischen den Bäumen mehr oder minder hoch aufragen, werden für den Abbau von Steinen tiefe Löcher in den Bauch der Erde gesprengt. Wer das heute noch praktiziert und hierzulande kostbare Ressourcen entnimmt, hat am Ende die Verpflichtung, den Steinbruch landschaftsgerecht zu rekultivieren und zu renaturieren. Nicht einfach durch Zuschütten mit Müll oder Schutt wie früher. Die Natur muss professionell zurückgeholt werden. Naturschutz-Behörden und -Organisationen helfen dabei.

Noch in Betrieb: MHI Steinbruch bei Homberg (c) Brigitta Möllermann

Noch in Betrieb: MHI Steinbruch bei Homberg (c) Brigitta Möllermann

Aufgelassene Steinbrüche können zu Natur- bzw. Bodendenkmalen werden oder sich irgendwann wandeln im Rahmen der Entwicklung unseres heimischen Geoparks. Wer nämlich derzeit eine Straße, einen Parkplatz oder ein Wohngebiet baut und dabei Flächen asphaltiert - Boden überbaut und versiegelt, hat die Verpflichtung, an geeigneter Stelle ökologische Ausgleichsflächen zu schaffen. Dadurch können jederzeit neue naturgeschützte Gebiete entstehen.

Vulkanführer Erhard Müth ist Mitglied der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft, Sektion Vogelsberg (c) Brigitta Möllermann

Vulkanführer Erhard Müth ist Mitglied der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft, Sektion Vogelsberg (c) Brigitta Möllermann

In Behördensprache bedeutet diese Aktion: "Die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Regenerationsfähigkeit natürlicher Lebensgrundlagen müssen erhalten werden." Das kann in Steinbrüchen prima erledigt werden, wo natürliche Felswände mit ihren Hohlräumen optimale Lebensbedingungen für Kleinreptilien und brütende Vögel bieten.

Naturgeschützter Vogelsberg-See bei Mühlheim (c) Brigitta Möllermann

Naturgeschützter Vogelsberg-See bei Mühlheim (c) Brigitta Möllermann

Die Bauern, die sich vor einiger Zeit mit ihrer Kampagne "Stoppt den Landfraß" nicht wirklich begeistert zeigten von Ausgleichsflächen für den Natur- und Artenschutz, werden wegen unserer Steinbrüche wahrscheinlich nicht auf die Barrikaden gehen. Solche karstigen Stellen sind für sie nicht wirklich interessant. Zudem tröstet die neue Kompensationsverordnung, dass man vorhat, "die landwirtschaftlich hochwertigen Nutzflächen zu schonen und die landwirtschaftlichen Betriebe zu entlasten".

Quelle: Brigitta Möllermann


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