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Energie & Natur

Das Hochmoor Breungeshainer Heide wird renaturiert

Renaturierung des Hochmoores im Oberwald  - Projektbeteiligte (c) Brigitta Möllermann

Renaturierung des Hochmoores im Oberwald - Projektbeteiligte (c) Brigitta Möllermann

Im Oberwald des Vogelsbergs sind die ersten Arbeiten zum Wiedervernässen der Breundeshainer Heide, eines besonderen Naturschutzgebietes angelaufen. Unter dem Banner des Naturschutzgroßprojektes wurden nach einem wissenschaftlich ausgeklügelten Plan im Hochmoor Spundwände gesetzt. Das heißt, der Ablauf überflüssigen Wassers wird reguliert. Ein Spezialbagger brachte dafür metallene Grabenbegrenzungen in das Moor ein.

Die Meldung des Naturschutzgroßprojektes dazu

Im Oktober 2017 gab es den Startschuss für den Baubeginn im Hochmoor Breungeshainer Heide. Es war ein spannender Moment für alle, die an der langen Planungsphase beteiligt waren.

Seit dem Frühjahr 2016 hat das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg die Wiederherstellung des Hochmoores in der Breungeshainer Heide detailliert ausgearbeitet. Es wurden Methoden und Erfahrungen anderer Projekte ausgewertet, um die bestmögliche Herangehensweise für unser Moor zu finden. In mehreren Workshops wurden mit Behörden, Interessensvertretern, Planungsbüros und Moorexperten des ZUK - Zentrum Umwelt und Kultur Benediktbeuern vor Ort alle Parameter analysiert und eine Strategie entwickelt, wie man den Lebensraum Moor wieder zu neuem Leben erwecken kann.

Grundwassermessungen und Abflussbeobachtungen wurden durchgeführt und bestätigten die Vermutung, dass die Entwässerungsgräben noch immer ihre Funktion erfüllen, und auch noch Reste eines intakten Hochmoores vorhanden sind. Die einhellige Meinung war, man kann dem Moor helfen. Das Zauberwort heißt Wiedervernässung.

Mit einem speziellen Moorbagger sollen nun innerhalb von drei Wochen Spundwanddämme quer zur Abflussrichtung in die Entwässerungsgräben in den Moorkörper eingebracht werden. Der Bagger übt durch seine breiten Ketten in etwa so viel Druck pro cm² auf den Untergrund aus wie ein 80 Kilo schwerer Mensch. Er kann deshalb auch in den nassen Bereichen des Moores fahren ohne zu versinken. Durch seine Bauweise wird die sensible Moorvegetation geschont und eventuelle Schäden minimiert.

Um den Wasserhaushalt auf Dauer zu stabilisieren, werden ca. 50 Spundwände für die Dämme aus langlebigem Stahl eingebracht. Der Anstieg des Wasserspiegels wird dazu führen, dass die Bäume und Sträucher, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ins Moor eingewandert sind langsam zurückgedrängt werden. Auch das Pfeifengras, das auf die unbeständigen Wasserstände hinweist, wird nach und nach nur noch an den Rändern des Moores wachsen.

So wird im Kern wieder Platz für die kleinen, lichtliebenden Pflanzenarten, wie die Moosbeere, das Wollgras und natürlich die Torfmoose. Als Baumeister des Moores benötigen Torfmoose keine Wurzeln. Sie wachsen beständig nach oben, während sie unten absterben und zu Torf werden. Auch das Wollgras, das mit seinen weißen Fruchtständen schon von weitem zu erkennen ist, profitiert von Maßnahme und wird sich über das ganze Moor verteilen. Seine Wurzeln geben dem Moorkörper Halt. Es schützt die Torfmoose durch den höheren Wuchs vor Austrocknung.

Für Hessen ist das Hochmoor in der Breungeshainer Heide von ganz besonderer Bedeutung, denn neben dem Roten Moor in der Rhön ist es eines der beiden einzigen Hochmoore in Hessen. Mit dessen Renaturierung leistet das Naturschutzgroßprojekt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und zum Erhalt des europaweit geschützten Lebensraums. Intakte Moore sind nicht nur wertvolle und seltene Biotope, sondern speichern durch stetiges Wachstum sehr viel CO2, damit leistet der Vogelsberg einen Beitrag für den Klimaschutz.

Quelle: Naturschutzgroßprojekt www.naturschutzgrossprojekt-vogelsberg.de

 

2017 Vogelsberg