background
logotype
image1 image2 image3 image4 image5 image6 image7 image8 image9 image10 image11 image12

Energie & Natur

Staudamm der Niddatalsperre wird grundsaniert

Nidda-Talsperre im Herbst 2017: Zurzeit ist mit 226,30 m ü NN das sogenannte Winterstauziel erreicht. Zur Grundsanierung werden noch weitere 10 Meter ab Februar 2018 abgelassen (c) Brigitta Möllermann

Nidda-Talsperre im Herbst 2017: Zurzeit ist mit 226,30 m ü NN das sogenannte Winterstauziel erreicht. Zur Grundsanierung werden noch weitere 10 Meter ab Februar 2018 abgelassen (c) Brigitta Möllermann

Die Niddatalsperre, 1968 bis 1970 mit dem Ziel errichtet, die Hochwassergefahr der Nidda zu reduzieren, hat sich zu einem beliebten Freizeitziel entwickelt. Angler, Segler, Surfer und Camper, Radfahrer, Inliner, Wanderer und nicht zuletzt Badegäste nutzen den Niddastausee. “Im kommenden Jahr muss auf manche Freizeitvergnügen verzichten werden, da das Absperrbauwerk der Talsperre grundsaniert wird”, erläuterte kürzlich Landrat und Verbandsvorsteher Joachim Arnold.
 
Der Absperrdamm besteht aus einer Steinschüttung von mehr als 300.000 Kubikmeter Vogelsbergbasalt. Diese Schüttung hat eine Asphaltbetonaußendichtung, die nach nunmehr 47 Jahren einer Erneuerung bedarf. 2014 erfolgte eine intensive Bestandsaufnahme mit detaillierten Untersuchungen. Als Ergebnis wurde die Asphaltaußendichtung als sanierungsbedürftig eingestuft.
 
„Der Wasserverband NIDDA hat jetzt verschiedene Sanierungsvarianten im Zuge der Vor- und Entwurfsplanung untersuchen lassen mit dem Ergebnis, dass die beiden etwa elf Zentimeter starken Dichtungslagen abgefräst und die darunter liegende Binderschicht angefräst wird. Auf der Binderschicht wird dann mittels moderner Verfahren eine neue einlagige Dichtungsschicht in einer Stärke von etwa sieben Zentimeter aufgebaut. Abhängig vom Befund erfolgt örtlich auch der Einbau einer neuen Binderschicht.“, beschreibt Arnold die geplanten Sanierungsmaßnahmen.
 
Wie der Landrat weiter ausführte, wird die Maßnahme auf einer Fläche von ca. 10.000 Quadratmetern zwischen der Dammkrone mit einer Höhe von 237 Meter über Normalnull und 220 über Normalnull erfolgen. Abschließend wird die gesamte zugängliche Fläche mit einer Mastixversiegelung als Schutzschicht bedeckt. Dabei kommt eine hochpolymere Bitumenemulsion zum Einsatz, die die darunter liegende Dämmschicht zusätzlich schützt.
 
Angeln 2018 nicht möglich
 
Wie Stefan Schutz, zuständiger Betriebsleiter des Wasserverbandes NIDDA, ausführte, sollen noch im Laufe des Oktobers die Ausschreibungsunterlagen an geeignete Unternehmen verschickt werden, die an dem Interessenbekundungsverfahren teilgenommen haben. „Im Dezember soll die Submission erfolgen. Bietergespräche sind für Dezember und Januar vorgesehen. Mit der Auftragsvergabe rechnen wir spätestens im Februar 2018.“

Die Arbeiten sollen dann in der Zeit zwischen Ende Mai und Ende Oktober 2018 durchgeführt werden. Bis in das Frühjahr 2018 wird die Talsperre dann auf einen Wasserstand von 216 Metern über Normalnull abgesenkt. Damit wird das Sommerstauziel von ca. 4,2 Millionen Kubikmeter auf etwa 530.000 Kubikmeter deutlich reduziert.
 
„Um auch Unvorhergesehenes abfedern zu können, belassen wir zwischen der Sanierungsgrenze und der Wassergrenze rund sechs Höhenmeter, die einerseits als Arbeitsraum für die Maschinen, andererseits als Hochwasserschutzraum benötigt werden“, erläutert der Fachingenieur. Damit steht bis zur Sanierungsgrenze ein Hochwasserschutzraum von rund 1,16 Millionen Kubikmeter zur Verfügung.

Auch Hochwasserentlastungsanlage wird saniert

„Die Hochwasserentlastungsanlage, mit anderen Worten der Überlauf der Talsperre, soll im Rahmen der Arbeiten ebenfalls saniert und gegebenenfalls erhöht werden“, so Diplom-Ingenieur Schulz.

Bei den Kosten geht man von einem mittleren einstelligen Millionenbetrag aus. „Die Förderung durch das Land ist in Aussicht gestellt. Wir gehen von einem Fördersatz von mindestens 65 Prozent aus“, so Verbandsvorsteher Joachim Arnold, der betont, dass die Arbeiten im nächsten Jahr durchgeführt werden müssen, um dauerhaft den Bestand der Anlage zu gewährleisten.

„Im kommenden Jahr werden Freizeitsportler und Angler deutliche Einschränkungen bei der gewohnten Nutzung des Niddastausees akzeptieren müssen, da diese Arbeiten notwendig sind. Ich bitte jetzt schon alle Nutzer sich darauf einzurichten.“, so abschließend Landrat Arnold.

Quelle Text: Pressestelle Wetterau

2017 Vogelsberg