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Aktuelles im Vogelsberg

Der Vogelsberg mit ohne: Viel Schnee, Rapsfelder und Löwenzahn

Vogelsberger Land (c) Brigitta Möllermann

Vogelsberger Land (c) Brigitta Möllermann

Jeder darf seine Meinung frei äußern in Deutschland. Dabei entstehen u. a. auch Ansichten, die vielleicht nett sind, aber nicht immer Tatsachen oder aktuellen Gegebenheiten entsprechen. (Wir kennen das von den älteren Herrschaften, die uns erzählen möchten, dass früher alles besser war :-) Am 1. Oktober 2016 zeigte das hessische Fernsehen zum zweiten Mal ein dreiviertelstündiges "Landschaftbild" über den Vogelsberg, in dem über "strenge Winter" berichtet wurde, reichlich sauberes Wasser, das ohne Protest (?) in die umgebenden Städte hinunterplätscherte und der Hoherodskopf wieder einmal mit zwei R geschrieben wurde.

Eine kritische Betrachtung = Rezension

Thema des Films waren Tiere und Natur. Beides kann sich nicht wehren. So wurde z. B. der goldgelbe Löwenzahn-Blütenteppich im Frühjahr (fälschlicherweise) als Beleg für die intakte Natur unserer Region angesehen, und auch das Startbild zeigte einen Blick über ein sonnengelbes Rapsfeld (->Monokulturwende) <-KLICK.

Im Zuge der Imagebildung des Vogelsberges könnte man es als kontraproduktiv bezeichnen, dass der Macher des Films, Werner Czarnecki aus Hanau-Großkrotzenburg <-KLICK, anscheinend historisches Filmmaterial beim Zusammenschnitt mit verwendete und wohl grundsätzlich der Ansicht ist, der Vogelsberg gehöre "zu den rauesten Mittelgebirgen".

Irgendwie lustig sind aber unter diesem Gesichtspunkt der Ausdruck "Wasserwild" plus die von ihm scheinbar häufig gesichteten "Nebelwände" und der Herbst "mit lodernden Farben" sowie die angebliche Tatsache, dass im Vogelsberg "100 % mehr Regen und Schnee als in der Rhön fallen".

Einst bannte er wohl "gar nicht so selten anzutreffende Schwarzstörche" auf sein Filmmaterial, für die er heutzutage erst einmal den von Förstern geheimgehaltenen Brutplatz finden müsste. Auch die gezeigte Arnikapflanze kann man inzwischen mit der Lupe suchen. Und bitte, zu welcher Zeit filmte er die Hasen, Rebhühner und Fasane oder Ringelnattern und Blindschleichen?

Fast ist man versucht, den Film in die Rubrik Märchen und Sagen einzuordnen - dankbar darüber, dass jemand überhaupt aufzeigt, wie schön es hier war oder sein könnte. Kritisches Handeln erwartet man vom Fernsehsender natürlich dabei nicht. Da wird unter Umständen auch schon mal ein buntes Allerlei zusammengeschnippelt: HIER <-KLICK.

Machen Sie sich bis 1.10.2017 aber gerne selbst ein Bild über den "Faszinierenden Vogelsberg" und solche putzigen Sprüche: "Mischwaldflächen auf Basaltlava sind der Reichtum der Region" und "der Ober-Mooser Teich ist das älteste und markanteste Stillgewässer im Vogelsberg und eines der bedeutensten Naturschutzgebiete Hessens": HIER <-KLICK :-)

Quelle: Brigitta Möllermann

2017 Vogelsberg