Feldataler Mühlenfest - gesehen von Susanne Zejewski-Dützer

Kategorie: Events und Fotos

Feldataler Mühlenfest 2015: Schönes Ambiente (c) Susanne Zejewski-Dützer

Feldataler Mühlenfest 2015: Schönes Ambiente (c) Susanne Zejewski-Dützer

Am Sonntag, den 5.7.2015, fand das nunmehr schon 18. Mühlenfest im Ortsteil Stumpertenrod statt. Das Besondere an diesem Fest ist seine einzigartige Atmosphäre. Diese ist nicht so einfach nachzuahmen oder in anderen Orten umzusetzen. Genau das ist der Grund, warum das Fest nie woanders gefeiert wurde, obwohl das Konzept so gedacht was, dass jedes Jahr ein anderes Dorf der Gemeinde die Feierlichkeit ausrichtet.

Viele Stände entlang der Hauptstraße (c) Susanne Zejewski-Dützer

Viele Stände entlang der Hauptstraße (c) Susanne Zejewski-Dützer

Was man woanders vergeblich sucht und hier findet, ist eine eng zusammen gewachsene Dorfgemeinschaft, weit ab von jeder Bundesstraße. Stumpertenröder scheuen keine Arbeit und Mühe. Jedes Jahr aufs Neue werden Scheunen ausgeräumt, Innenhöfe aufgehübscht, es wird gebastelt, gehandwerkt und organisiert. Das ganze Dorf arbeitet mit, ob Kindergarten oder Angusrinder-Züchter, ob Hobbyisten oder Künstler, alle sind ein großes Ganzes in Stumpertenrod. Und dann, mitten im Festgeschehen, sieht man die Oma, die im Hof sitzt und schon fürs nächste Fest Socken strickt.

Kunst, selbst gefertigt: Das Angebot ist groß (c) Susanne Zejewski-Dützer

Kunst, selbst gefertigt: Das Angebot ist groß (c) Susanne Zejewski-Dützer

Auf den Betrachter wirkt das Konzept des Mühlenfestes wie der Vorreiter der neuen Marktkultur im Vogelsberg. Hat man vor ein paar Jahren noch überall den klassischen Markt mit Staubsaugerverkäufern und asiatischen Billigartikeln gefunden, der nur auf Kommerz aus war, so werden heute immer mehr Feste zum Wohlfühlen und Verweilen veranstaltet. Wobei man sich speziell auf dem Mühlenfest ja schon fast zu Hause fühlt.

Schön dekoriert ist Standard (c) Susanne Zejewski-Dützer

Schön dekoriert ist Standard (c) Susanne Zejewski-Dützer

Was gleich beim Kommen auffiel, war das ausgeklügelte und wirklich bestens ausgeschilderte Parksystem. Hut ab, daran kann sich jedes große Volksfest eine Scheibe abschneiden. Dieses Jahr waren leider die Temperaturen fast zu hoch, zum ausgiebigen Genießen des Festes. Bei fast 40 Grad im Schatten, schmolz das Eis, noch bevor man es bezahlt hatte. Und die vielen Leckereien, wie das vegane Essen, die türkischen Spezialitäten, der Flammkuchen, der Salzekuchen und die Haxen oder eine leckere Gulaschsuppe, waren einfach viel zu warm.

Alphornbläser - ungewohnte Klänge (c) Susanne Zejewski-Dützer

Alphornbläser - ungewohnte Klänge (c) Susanne Zejewski-Dützer

Ein sehr breit gefächertes Angebot an Ständen, wunderschön in Höfen, Scheunen und Gärten toll dekoriert, bot jede Menge Gelegenheit, Geld los zu werden - ob Töpferkunst, handgestrickte Socken oder Kräuter und Stauden für den Garten oder anderes mehr. Wer genug vom Shopping und Essen hatte, konnte sich der Kultur zuwenden. Die Kinder hatten mächtig Spaß in der Spielstraße des Kindergartens, wo sie unter Anleitung und Aufsicht Seifenkistenrennen fuhren oder Papier schöpften.

Interessantes kulturelles Programm

Auch den Helfern vom Roten Kreuz war es warm (c) Susanne Zejewski-Dützer

Auch den Helfern vom Roten Kreuz war es warm (c) Susanne Zejewski-Dützer

Musikalisch war für Jung und Alt etwas dabei. Und manchmal kommt es am Rande des Geschehens auch zu Überraschungen, wenn ein 17-Jähriger plötzlich Spaß daran bekommt, den Alphornbläsern im historischen Hof zuzuhören.

Holzobjekt: Hübsch platziert im Anwohnergarten (c) Susanne Zejewski-Dützer

Holzobjekt: Hübsch platziert im Anwohnergarten (c) Susanne Zejewski-Dützer

In der 300 Jahre alten Kirche, spielte zwei Mal am Tag das Grünberger Schulorchester, und Jörg und Roswitha boten märchenhafte Gesänge zur Drehorgel. Unter dem diesjährigen Motto: “Dialekt korrekt? Strack oder groad?“ gab es Lesungen im Pferdestall.

Scheunentore offen für die Kultur (c) Susanne Zejewski-Dützer

Scheunentore offen für die Kultur (c) Susanne Zejewski-Dützer

Henry Euler las aus seiner vollendeten „Buchonia-Triologie“, Karin Bach aus ihren Buch „Klapperstörche lieben Zucker“. Auch der Mundart Poet Karl Wilhelm Becker gab einiges zum Besten. Jürgen Piwowar erzählte in Mundart von geheimnisvollen Gestalten in Flur- und Dorfnamen, und Reiner Schmid war ebenso zugegen und stellte sein Buch „Fachwerkkirchen im Vogelsberg„ vor.

Sperrmüllpiloten - Kunst: Wand aus alten Radios (c) Susanne Zejewski-Dützer

Sperrmüllpiloten - Kunst: Wand aus alten Radios (c) Susanne Zejewski-Dützer

Renate Seifert-Rüsche zeigte ihre Aquarelle kleineren Formates, und Claus Weber, der Betreuer des “agro art“ und Kesselhaken-Museums machte lustige Ratespiele aus alten ausgedienten Acker und Gartengeräten. Der Frauenwelten-Teppich, ein inzwischen mehrere Meter langes Gesamtwerk von vielen Jahren Arbeit, konnte nicht nur besichtigt werden. Wer wollte durfte auch mitsticken.

Jeder Stand auf der Straße eine Augenweide (c) Susanne Zejewski-Dützer

Jeder Stand auf der Straße eine Augenweide (c) Susanne Zejewski-Dützer

Zum guten Schluss muss man noch die Sperrmüllpiloten erwähnen, die jedes Jahr aufs Neue besondere Kunstwerke aus gesammelten Sperrmüll konstruieren. Verschiedene Figuren auf Veldes Hof ließen eine "stumpertenrodylonische" Sprachverwirrung in einer kreisenden Installation hören.

Mühlenfest 2015: Gern besucht wie immer (c) Susanne Zejewski-Dützer

Mühlenfest 2015: Gern besucht wie immer (c) Susanne Zejewski-Dützer

Alles zusammen war es wieder ein gelungenes Fest, das auf jeden Fall auch nächstes Jahr in jedem Terminkalender notiert werden sollte - in der Hoffnung, dass es dann etwas weniger heiß ist.

Quelle: Susanne Zejewski-Dützer

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